Viele Tangotänzer überschätzen sich…
Viele Tangotänzer überschätzen sich…
…leider !
Über das Niveau, bzw. das Können eines Tangotänzers/in könnte man sich streiten.
Gibt es doch 2 Kriterien:
•Subjektives Empfinden eines Tänzers bzw. Tanzpaares
•Objektive Beurteilung eines Zuschauers
Beim Tango Argentino geht es nicht um die Beurteilung eines Zuschauers, sondern allein um das Vergnügen und Empfinden des Tänzers.
Wenn allerdings ein(e) Tänzer(in) souverän, sensibel, klar und musikalisch tanzt, ist es auch für den Zuschauer ein Genuss! Ein gutes Tanzpaar tanzt also nicht für das Publikum sondern für sich selbst.
(Ein Show-Paar tanzt allerdings für sich selbst und für das Publikum! SHOW!!!)
Aber: Nicht alles was nach außen hin gut aussieht, fühlt sich auch für den Partner gut an.
(SHOW-TANGO fühlt sich auch nicht immer gut an!)
Jemandem,– der den Tango noch nicht kennt –, wird auch ein unerfahrenes Anfänger-Paar gefallen, weil man sich leicht von dem beeindrucken lässt, was man selbst nicht kann.
Demnach steigt der Anspruch an ein Tango-Paar mit dem Level des Betrachters.
D.h.: ein tanz-unerfahrener Betrachter beurteilt ein Tanzpaar anders als ein erfahrener Tänzer.
Bei der Selbsteinschätzung eines Tänzers gibt es jedoch einige „Fallstricke“:
•Es gibt also die scheinbar optische Qualität eines Tangos…
•… und die gefühlte und erfahrene Qualität mit möglichst vielen Tanzpartnern.
•Erst, wenn sich Figuren und Bewegungen leicht und musikalisch fast von allein ergeben, ist es auch optisch ein Genuss!
Fazit: Seid ehrlich mit Euch selbst und lernt, nur um des Genusses willen!
Wenn Ihr Euch also zu einem Tangokurs in einer „neuen Tangoschule“ anmeldet, stuft Euch nicht zu hoch ein!
Jede Tangoschule hat sein eigenes Lehr-System. Ein Thema (z.B. Rhythmus), das bei einer Tangoschule Vorrang hat, wird vielleicht bei einer anderen vernachlässigt. Jede Tangoschule setzt seine eigenen Schwerpunkte voraus.
Deshalb geben wir Tangoschülern einen wichtigen Tip: Wenn man eine Tangoschule wechselt sollte man sich lieber eine Stufe tiefer einordnen als die der eigenen Einschätzung oder den Lehrer dazu befragen.
Ein Beispiel: Wenn jemand als Anfänger an einem Sprachkurs für Fortgeschrittene teilnimmt, sollte er den Lehrer nicht nach Vokabeln aus dem Anfängerkurs fragen!
Das Level eines Tänzers läßt sich nicht nach Jahren, Kilometern auf der Tanzfläche oder nur nach der Eigenwahrnehmung bemessen. Wenn ein Kurs „für Fortgeschrittene ab 3 Jahren Tanzerfahrung“ ausgeschrieben ist, kann das viel bedeuten:
• 3 Jahre intensives Tango lernen mit üben und mehrmals pro Woche tanzen (auch) auf vollen Tanzflächen in der Milonga… oder
•3 Jahre lang einmal pro Woche einen Tangokurs besuchen und einmal pro Monat tanzen gehen.
(Ich denke, die Kursleiter sollten sich besser ausdrücken.)
Wenn man sich dennoch höher einstuft, sollte man auch nicht enttäuscht sein, wenn die Lehrer nicht auf die Problematik der fehlenden Grundkenntnisse eingehen können.
Wir möchten deshalb die für unsere Tangoschule „TANGO sencillo“ gültigen Kurslevel beschreiben:
➡ ANFÄNGER bzw. BEGINNER
Für dieses Kurslevel gibt es (fast) keine Voraussetzungen.
➡ ANFÄNGER MIT VORKENNTNISSEN
Alle Teilnehmer sollten mind. 1 mehrwöchigen Tangokurs bei uns oder einer anderen anerkannten Tangoschule (nicht bei „Hobby-Tango-Lehrern“) besucht haben.
Kenntnisse aus einem Anfänger-Workshop sind nicht ausreichend. Auch hier gilt: Sich selbst nicht überschätzen!
➡ MITTELSTUFE 1
Für diese Stufe setzen wir mind. 1 halbes Jahr Tangounterricht in einer anerkannten Tangoschule voraus. Anfänger-Kenntnisse aus einer ADTV-Tanzschule akzeptieren wir nicht! Alle Teilnehmer sollten sich rhythmisch und fließend zur Musik und im Kontakt zum Partner bewegen können. Kenntnisse im Grundschritt (gekreuzt oder parallel), sowie Richtungswechsel wie Ocho rück - oder vorwärts, Stops und kleine Drehungen sollten vorhanden sein.
➡ MITTELSTUFE 2
Vorraussetzungen: • mind. 1 und halbes bis 3 Jahre Tangounterricht in einer anerkannten Tangoschule, • Tanzerfahrung auf gefüllten Tanzflächen in einer MILONGA, • Kenntnisse wie in Mittelstufe 1 beschrieben, sowie Grundkenntnisse von Giros, Sacadas, Ganchos, Boleos.
➡ FORTGESCHRITTENE & „FANÁTICOS“
Hier gilt eine Voraussetzung: Ein fortgeschrittenes Tangopaar sollte über mind. 2-3 Jahre Tanzerfahrung auf öffentlichen MILONGAS (Tanzveranstaltungen) verfügen.
Flüssiges Tanzen, auch auf engem Raum, zu allen Tangorhythmen wie Vals, Tango, Milonga sollten selbstverständlich sein. Technisch setzen wir Grundkenntnisse von Kurlevel Mittelstufe 2: Ganchos, Sacadas, Boleos, Barridas, Giros, Volcadas, Colgadas, sowie die enge Tanzhaltung voraus.